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Grabstätte Makedonischen Typs In Varos – OhridSie befindet sich im alten Teil der Stadt Ohrid am östliche Hang des höheren Ohrider Hügels, etwa 10 m westlich des antiken Theaters und der Straße „Braka Miladinovci“. Der architektonische Stil ist typisch für makedonische Grabstätten aus dem frühen antiken und mazedonisch-hellenistischen Zeitraum und besteht aus dem Eingangsbereich – Treppenstufen, Dromos, Vorkammer und Kammer. Die Treppe bzw. die fünf aus Steinplatten und abgeflachten Steinen bestehenden Stufen führen in den Dromos hinab. Über dem Eingang und fast über der dritten Stufe befindet sich ein massiver Türbogen aus Steingebälk. Die Wände des Dromos sind in opus quadratum aus gleichmäßig behauenen viereckigen Kalk -und Granitblöcken in vier Reihen errichtet, auf denen das Dach aus massiven Steinplatten aufliegt. Bindemittel sind nicht verwendet worden. Der Dromos ist 3,60 m lang, 1,02 m breit und 1,85 m hoch. Die Vorkammer hat eine Kuppel, ist mit Mörtel beschichtet und mit rosa und blaugrauer Farbe angestrichen. Die Abmessungen sind: Höhe 3,02, 1,70 und 1,70. Aus der Vorkammer gelangt man durch einen Eingang von fast trapezförmiger Form, der sich von unten nach oben langsam verbreitet, in die Kammer. Zu beiden Seiten befinden sich typische, gerillte Steinbegrenzungen, die schräg nach oben gerichtet sind und den oberen, ebenfalls profilierten Türrahmen abstützen. Die Steinbegrenzungen zu beiden Seiten sind auf entsprechende Steinträger gestützt. Das Typische an dieser Eingangsgestaltung ist vergleichbar mit zahlreichen ähnlichen Ausführungen makedonischer Grabstätten vom Ende der Frühantike und in der makedonisch-hellenistischen Zeit bzw. in der Mitte des IV. bis zum Ende des II. Jh. v. Chr. Die Kammer ist im unteren Bereich in gerillte Felder unterteilt, sie endet im oberen Teil in einem halbzylindrischen Gewölbe, was ebenfalls typisch ist für makedonische Grabstätten. Das Innere ist mit Mörtel verputzt und angestrichen mit einem Fries in pompejanisch roter wie auch dunkelbrauner Farbe. Die Abmessungen sind: 4,0 x 3,2 x 1,70 (Höhe). Zwei Verstorbene sind in Sarkophage oder noch wahrscheinlicher auf Bahren vom Typ eines Kanapees (an der südlichen und westlichen Kammerwand sind Spuren von Nagellöchern auszumachen, vielleicht ist hier aber auch ein dritter Verstorbener an der nördlichen Wand bestattet worden.) Die Oberfläche der Wände ist von unten her (die Böden beider Räume bestehen aus hydraulischem Mörtel) in fünf Schmuckfelder aufgeteilt: ein 10 cm hoher Sockel aus Kalkgestein, Ortostate (rechteckige Felder) mit Stukkatur, die rosa eingefärbte Marmorplatten mit einer Höhe von 115 cm imitiert (in Vorkammer und in Kammer), darüber ein 15 cm hoher Kranz (Tiefe 8 cm), eine freie Wandfläche, eingefärbt mit der erwähnten pompejanischen roten Farbe (in der Kammer) mit einer Höhe von 100 cm, sowie eine weiß eingefärbte Fläche bis zur halbkreisförmigen Kuppel. Die Grabstätte ist wahrscheinlich bereits im antiken Zeitraum ausgeraubt worden. Dieser Typ einer monumentalen Grabstätte kam im Raum des antiken Makedonien im oben angeführten Zeitraum sehr häufig vor. Die der unseren am ähnlichste Grabstätte ist in Selce (Grab 6 dieser Ausgrabungsstätte) südwestlich von Podgradec im heutigen Albanien und südwestlich von Lychnidos und vom Lychnidischen (Ohrider) See, am nordwestlichsten Punkt des damaligen Obermakedonien. Im architektonischen Sinne ist die Ohrider makedonische Grabstätte der Grabstätte in Pydna am ähnlichsten (Dromos, zwei Kammern, ähnliche Abmessungen) wie auch mit identischen Beispielen aus Amphipolis Stavropolis. Die nichtfigurale Ausgestaltung des Innenraums bringt sie auch der bekannten Philip - Grabstätte von Vergina (Kutlesh) nahe. Obgleich die Dimensionen nicht ganz so monumental sind, war diese Grabstätte wahrscheinlich den höheren Schichten der Lychnider Bevölkerung gewidmet, bzw., sofern wir uns mit der Datierung von V. Bitrakova Grozdanova einverstanden erklären (siehe: V. Bitrakova Grozdanova – P. Kuzman, Lychnidos in der frühen Antike - neue archäologische Beweise), Istorija, Nr. 1-4, Skopje 1998/1999, 101-1003), dem kurze Zeit herrschenden Herr der Stadt Erop, der von Livius (Liv. XXVIII, 32,9) im Zusammenhang mit jenen Ereignissen erwähnt wird, als Lychnidos unter der Verwaltung des makedonischen König Philips V im Jahre 209 v. Chr. stand und als in den Quellen zum ersten Mal der Name der Stadt und das Bestehen der Lychnider Festung erwähnt wird. |
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